Warum Flyer & Visitenkarten nie perfekt geschnitten sind

Aktualisiert im 2026 | Von: Samuel Jordi | Kategorie: Wissenswert , Druckwelt
Schneidedifferenzen sind im professionellen Druck technisch bedingt und unvermeidbar. In diesem Beitrag erfährst du, warum solche Verschiebungen entstehen und wie du sie im Layout von Anfang an berücksichtigen kannst.

Technische Toleranzen der Druckmaschinen

Auch modernste Druckmaschinen arbeiten mit minimalen mechanischen Toleranzen. Das bedeutet, dass Papierbögen nicht immer millimetergenau an derselben Stelle geführt werden. Schon kleinste Abweichungen von 0,1–0,3 mm können bei kleinen Formaten wie Visitenkarten sichtbar sein – besonders bei filigranen Rahmen oder sehr exaktem Layout kann das ins Auge stechen.

Papierverzug und -verhalten

Papier ist ein lebendiges Material, das auf Luftfeuchtigkeit, Temperatur und mechanischen Druck reagiert. Wenn es während dem Druck- oder Schneidevorgang leicht «arbeitet» (sich bspw. dehnt oder zusammenzieht), kann das zu Positionsabweichungen führen – etwa beim beidseitigen Druck oder beim Schneiden.

Schneideprozess / Weiterverarbeitung

Visitenkarten werden meist auf grosse Bögen gedruckt und anschliessend geschnitten. Auch die Schneidemaschine hat minimalste, mechanische Toleranzen. Auch hier gilt, bei filigranen Rahmen und sehr exakten Layouts, sticht dies rasch ins Auge.

Registerungenauigkeit

Beim beidseitigen Druck (Vorder- und Rückseite) muss das Papier exakt gewendet oder neu eingelegt werden. Selbst bei top eingestellten und professionellen Maschinen kann es zu sogenannten Registerabweichungen kommen, sodass Vorder- und Rückseite nicht 100 % deckungsgleich ausfallen.

Layout / Kein Beschnitt / kein Sicherheitsbereich

Wenn das Design sehr exakt auf Kanten oder Rahmen ausgelegt ist, wirken sich selbst kleinste Toleranzen stark aus. Das menschliche Auge nimmt solche Abweichungen sofort wahr. Ein häufiger Gestaltungsfehler ist auch, keinen Beschnitt einzuplanen oder keinen Sicherheitsabstand für Schriften und wichtige Elemente zu belassen.

Fazit

Verschiebungen sind oft eine Summe kleiner Einflüsse – von Druck über Schneiden bis zum Materialverhalten. Deshalb gibt es im professionellen Druck bestimmte Toleranzbereiche, z. B. ±1 mm. Als Designer*in hilft es, das Layout so anzulegen, dass kleine Abweichungen nicht auffallen (z. B. auf exakte Rahmen verzichten, ausreichend Sicherheitsabstand halten u.s.w.).